Opening: Thu Oct 5, 2026, 7 pm, Introduction (in German): Michael KUHL M.A., Dr. Jonas GERLACH (participation only with confirmation; information and registration: kuhl[at]eko-haus.de)
(Information in German:) Wie verabschieden sich Menschen in Japan von ihren Verstorbenen? Diese Ausstellung gewährt einen tiefen Einblick in die facettenreiche Welt der japanisch-buddhistischen Bestattungs- und Trauerkultur. Im Zentrum stehen dabei religiöse Traditionen und das persönliche Gedenken – sowohl im privaten Raum als auch im rituellen Rahmen der Tempel.
Ein besonders eindrucksvolles Ausstellungsobjekt wird der aufgestellte buddhistische Hausaltar (butsudan) sein, der bis heute ein religiöses Herzstück vieler japanischer Familien bildet. Ergänzt durch die Präsentation originaler Exponate, darunter ein traditionelles Totenhemd, ein Trauerkimono, rituelle Tempelobjek-te und eine japanische Urne, werden die feierlichen Abschiedsriten für die Besuchenden unmittelbar greifbar. Diese Objekte erzählen von der tiefen Verbindung von Religion und Totengedenken sowie ihrer Verwurzelung im japanischen Alltag. Gleichzeitig thematisiert die Ausstellung den aktuellen Wandel: Wie verändern sich Sterberiten und Trauerkultur in einer hochmodernen, urbanen Gesellschaft? Rund 30 ausdrucksstarke Fotografien von Dr. Jonas GERLACH ergänzen die Objektpräsentation und beleuchten das spannungsreiche Verhältnis zwischen jahrhundertealter Tradition und zeitgenössischer Notwendigkeit – von moosbewachsenen, geschichtsträchtigen Friedhöfen bis hin zu technologisch innovativen Gedenkorten in den Metropolen.
Die Ausstellung ist auch eine Einladung, sich mit der eigenen Endlichkeit, der Beständigkeit von Riten und der Kunst des Erinnerns, wie beispielhaft an der japanischen Kultur gezeigt, auseinanderzusetzen.
Dr. Jonas GERLACH ist Japanologe und wohnt in Düsseldorf. Während zahlreicher Japanreisen in den letzten zwanzig Jahren hat er eine umfangreiche fotografische Sammlung erststellt, insbesondere zum Themenfeld Religion und Architektur.
Photo: Modern Columbarium at Kōkoku-ji Temple, Tokyo. © Jonas Gerlach.

