Do 31.12.2026 (im Zeitraum ca. 16:00-17:30 Uhr während Joya-no kane), Do 07.01.2027 – Sa 20.03.2027
Statt einer Eröffnung: Lesung aus dem Buch Japanbilder. Aus einem anders vertrauten Land, Do 14.01.2027, 19:00 Uhr. Es liest Dr. Antonia EGEL. (Teilnahme nur mit Bestätigung; Auskünfte und Anmeldung: kuhl[at]eko-haus.de)
Was könnte einfacher sein als dieses Wasserspiel der Künstlerin Rei Naito? Und doch ist alles darin – Bewegung und Ruhe, Erscheinen und Verschwinden, Form, die eine Weile hält und sich dann umbildet. In diesem Spiel ist die ganze Natur. In der Wasserkunst, in der Weite der Betonschale, ist sie anschaulich geworden“.
Die letzten von Günter FIGAL (1949-2024) zu Lebzeiten zur Veröffentlichung bestimmten Worte aus seinem Buch Japanbilder. Aus einem anders vertrauten Land (2024) fassen nicht nur zusammen, was den Philosophen Günter FIGAL bis zum Schluss beschäftigt hat, sondern zeigen auch, wie er den fotografischen Blick für die Philosophie fruchtbar machen konnte; das fotografierte Wasserspiel auf der Insel Teshima wird zum Ausgangspunkt letzter Überlegungen, die, dem Wasserspiel entsprechend, alles andere sein wollen, als „letzte Worte“ – denn wo, in all der Offenheit der Natur, gäbe es die?
Die in der Ausstellung gezeigten Originalabzüge der Fotografien Günter FIGALs aus seinem 2024 posthum erschienenen Buch zeigen, wie der phänomenologische Blick auf die Welt Bild werden kann; Japan, von Günter FIGAL so geliebtes wie gelobtes Land, kommt in diesen Bildern auf eine Weise zum Vorschein, wie sie einem vorsichtigen, verstehen wollenden und nie zugreifenden Blick auf ein „anders vertrautes Land“ entspricht.
Günter FIGAL war Philosoph und wurde in seinen späten Jahren auch zum Fotografen. Er lehrte an den Universitäten Tübingen und Freiburg und bekleidete Gastprofessuren u.a. in Leuven, am Boston College und an der Kwansei Gakuin Universität in Nishinomiya. Seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt, sein Nachlass wird im Deutschen Literaturarchiv Marbach am Neckar verwahrt.
Foto: Günter FIGAL, Wasserspiel von NAITŌ Rei, Teshima Art Museum, 2018.

