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SYMPOSION: „Ist das Transzendenz-Paradigma geeignet, außereuropäische philosophische und religiöse Literaturen zu interpretieren?“

foto symposium

Do–So 27.–29.09.2019| EKŌ-Saal
<Beginn: Do 27.09., 15 Uhr| Ende: So 29.09., gegen 12.30 Uhr >

Anfragen bei Dr. habil. Hermann-Josef Röllicke,
☎ 0211–577918-214| ✉ Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Symposion stellt die kritische Frage, ob „Transzendenz“ ein universaler Begriff menschlichen Denkens sei, der überall und zu allen Zeiten vorkommen könnte, oder nicht. Wir gehen von der geschichtlichen und philologischen Diagnose aus, dass er seine Wurzel im Werk Platons habe und in seinen vielfältigen Abwandlungen in der vorderorientalisch-abendländischen philosophischen und theologischen Überlieferung bis heute ein Merkmal der Wirksamkeit von deren Platonismus sei. Schon Aristoteles‘ Analogie-Lehre kann als ein Einspruch gegen das „Transzendenz“-Paradigma gelesen werden. Die Bibel kennt in ihrem Grundtext den „Transzendenz“-Gedanken nicht. Er ist aus einer epochalen Not der Deutung des „Seienden“ im 4. Jh. v. Chr. in Griechenland erwachsen. „Transzendent“ heißt ursprünglich dort das, was „über“ das Sein „hinaus“ liegt und deshalb auch auf die verschiedenen Grade des Seienden in dessen Seinsabfall seine Auswirkungen hat. Kann man angesichts dieser Lage als Übersetzer und Interpret z.B. buddhistischer Schriften den „Transzendenz“-Gedanken mit Recht auch dort am Werk sehen (man findet z.B. die prajñāpāramitā bisweilen als „transzendente Weisheit“ kolpor-tiert, ebenso andere zentrale buddhistische Ausdrücke wie lokōttara oder asaṃskṛta mit der Transzendenz in Verbindung gebracht)? Oder ist er so spezifisch und besonders, dass es sich verbietet, ihn asiatischen Literaturen zuzumuten?

 

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