Wissenschaftliche Veranstaltungen

Vortragsreihe

vortrag kaiser

Vortrag I:  "Der Himmelische Herrscher und sein Staat: Die Stellung von Tennō im modernen Japan" 
Prof. Dr. Klaus Antoni (Universistät Tübingen)
Do 07.11.2019 | 19 Uhr|EKŌ-Saal|Eintritt frei!

 

Vortrag II:  "Michiko, Kaiserin von japan: Nur eine kleine Maulbeere, aber sie wog schwer"
Prof. emer. Peter Pantzer (Universität Bonn)
Do 14.11.2019 | 19 Uhr|EKŌ-Saal|Eintritt frei!

Im April 2019 dankte Kaiser Akihito von Japan zugunsten seines Sohnes Naruhito ab. Der Thronwechsel und die damit einhergehenden offiziellen Riten und Zeremonien haben die japanische Tennō-Institution wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, in Japan selbst wie auch international: Anlass genug für das EKŌ-Haus, die Institution des Kaiserhauses in zwei Vorträgen zu the-matisieren. 

 

„Der Himmlische Herrscher und sein Staat: Die Stellung des Tennō im modernen Japan“

Prof. Dr. Klaus Antoni (Universität Tübingen),
Do 7.11., EKŌ-Saal, Beginn: 19 Uhr

Das Bild des heutigen Japan ist geprägt von gigantischer Wirtschaftskraft. Doch bleibt angesichts der Erfolge in High-Tech und Ökonomie oft außer Acht, dass dem modernen Japan eine äu-ßerst traditionelle, archaisch zu nennende Grundlage zu eigen ist. Japan stellt die älteste kontinuierlich existierende Monarchie der Welt dar. Sein Kaiserhaus beruft sich auf eine bis in die Frühzeit zurückreichende Geschichte. Die Abdankung des Tennō Akihito und die Inthronisation seines Sohnes Naruhito lenken das allge-meine Interesse wieder auf den historischen Wandel, die politische Funktion, religiöse Konnotationen und die gegenwärtige Position des Kaiserhauses. Neben der Dokumentation des aktuellen Thronwechsels, mit einem besonderen Fokus auf den Feierlichkeiten des „Großen Kostens“ (daijōsai) am 14./15.11.19, soll der Vortrag besonders Fragen von Kontinuität und Legitimität des Kai-sertums in Japan thematisieren. Ein historischer Abriss mit Berücksichtigung der religiösen und mythologischen Grundlagen wird sich vornehmlich mit der Meiji-Restauration und deren Auswirkungen auf die Entstehung des modernen Kaisertums befassen. Der fundamentale Wandel des Jahres 1868 markiert den Beginn des modernen Japan und basiert doch auf der Idee der Wiedereinsetzung eines archaischen Gottkaisertums. Hier wird der im 19. Jh. entstandene Kult um die Figur des „ersten Kaisers“ Jinmu-tennō besondere Aufmerksamkeit erfahren. Die Debatte um das japanische Kaiserhaus führt ins Zentrum der Frage nach der Identität Japans in Moderne und Gegenwart.

 

♦ „Michiko, Kaiserin von Japan: ‚Nur eine klei-ne Maulbeere, aber sie wog schwer‘“

Prof. emer. Peter Pantzer (Universtität Bonn)
Do 14.11., EKŌ-Saal, Beginn: 19 Uhr

In Japan spielt seit alters her die Lyrik eine große Rolle. Die ältes-te Sammlung stammt aus dem 8. Jh. und enthält weit über 4.000 Gedichte. Die meisten Gedichte sind Kurzgedichte mit einer Abfol-ge von 5-7-5-7-7, also insgesamt 31 Silben. In Europa fast un-denkbar, macht die Japanische Sprache es möglich, weil es viele Homonyme gibt und in der Wortfolge mehrere Bedeutungen in den Sinn kommen. Diese Gedichte erlauben, Schönes auf kleinstem Raume und mit sparsamsten Mitteln zu gestalten. Diese Poesie wurde durchgehend am Hof gepflegt bis zum heutigen Tag. Zudem gibt es zu Neujahr einen allgemein zugänglichen Wettbewerb dieser Dichtkunst. Im ganzen Land wird das Thema des jeweiligen Jahres vorgegeben, einschließlich der Beteiligung der kaiserlichen Familie. Die besten Gedichte werden preisgekrönt und vor dem Kaiserpaar feierlich verlesen. Eine besondere Begabung ist der Ex-Kaiserin Michiko zu eigen, von der viele Lyrikbände erschienen sind. Nun liegt auch ein Gedichtband auf Deutsch vor. Die Gedichte decken ihr Leben als Kaiserin, ihre Aufgaben in der Familie, in der Öffentlichkeit und ihre Reisen ab. Ein Gedicht ist auch Deutschland gewidmet.

 

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