Kulturelle Veranstaltungen

Vorträge: "Aspekte japanischer Ästhetik" 日本の美

jnto takigi nom 171358

Di 24.05. und 21.06.2022|jeweils 19:00 Uhr|EKŌ-Saal 
Anmeldung erforderlich (ab 25.04. an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)!

Ruth JÄSCHKE M.A.

Teil 1 (24.05.): Von der Vergänglichkeit aller Dinge und der Schönheit des Unscheinbaren
Teil 2 (21.06.): Weniger ist mehr – Minimalismus und die Kunst der Auslassung

Bitte beachten Sie auch die Aktuellen Informationen zu Besichtigungsmöglichkeiten und Veranstaltungen.

Gern werden bestimmte Schönheitsvorstellungen als besonders anziehend empfunden und gleichzeitig als „typisch japanisch“ verstanden. Worin liegt ihre Faszination? Wie lassen sich diese Gestaltungsprinzipien und -ideen erfassen, die in Japans traditioneller Kultur einen hohen Stellenwert haben, jedoch für uns schwer verbal zu beschreiben sind? Bereits in der Heian-Zeit (794-1185/ 1192) wurden Kunstsinnige angesichts der Unbeständigkeit allen Seins (mujō) von einem Gefühl der Melancholie (mono no aware) erfasst. Ab dem 12. Jahrhundert entwickelte sich unter Einfluss des Zen-Buddhismus – vor allem dann im 16. Jahrhundert unter dem Teemeister Sen no Rikyū – ein Konzept, das nicht dem offensichtlich Prachtvollen, sondern dem Schlichten besondere Qualität zusprach; die Verbindung der beiden Begriffe wabi (Einsamkeit, Verlorenheit) und sabi (Patina, Reife) bestimmt seitdem in vielen Bereichen die japanische Kunst. Bis heute ist shibui (eig. „herb, bitter“), die Idee dezenter, vornehmer Zurückhaltung, Ausdruck für spezielle Eleganz. Eine weitere Dimension eröffnet sich durch die mysteriöse Tiefgründigkeit des yūgen, z.B. im Nō-Theater. In der Edo-Zeit (1603-1868) galt iki als Verbindung aus Empfindsamkeit, anspruchsvoller Weltgewandtheit und unschuldig wirkendem Charme als reizvoll und erstrebenswert. In Tuschebildern – und längst nicht nur dort – lässt yohaku-no-bi, die „Schönheit des weiß gelassenen Raumes“, Platz für Andeutung und Interpretation und sorgt für eine eigene Dynamik. Dies gilt ebenso für kire bzw. kire-tsuzuki („diskontinuierliche Kontinuität“), die Kunst des Abschneidens bzw. der Auslassung: in der Raumgestaltung, beim Ikebana-Gesteck, einem Gedicht oder z.B. auch in Filmen von Ozu Yasujirō.

(Bildunterschrift: Takigi-Nō (Präf. Niigata) © JTA / © JNTO)

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