Kulturelle Veranstaltungen

Vorträge/Lesungen: „Japanische Hofdamen und ihr Anteil an der klassischen Literatur in Japan“

Do 17.03. und 12.05.2022| jeweils 19:00 Uhr|EKŌ-Saal
Anmeldung erforderlich (ab 28.02. an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!e)!

Vortrag (Michael KUHL M.A.) und Lesung (Barbara CONRADY-TAKENAKA).

Teil 3 (17.03.): Die Geschichte der ehrenwerten Ochikubo
Teil 4 (12.05.): Die vertauschten Geschwister

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Nach der Vorstellung mit Lesung aus der „Geschichte des Prinzen Genji“ (Genji-monogatari) und dem „Kopfkissenbuch“ (Makura-no sōshi), zwei bedeutsamen Werken der japanischen Hofdamenliteratur, werden in der Fortsetzung zwei weitere Werke vorgestellt, die hierzulande nicht den Bekanntheitsgrad der o.g. Werke besitzen, thematisch aber interessante Motive aufweisen, die auch aus der westlichen Literaturwelt bekannt sind.

Teil 3: Ochikubo-monogatari: Japans Aschenputtel Die „Erzählung der Ochikubo“ (Ochikubo-monogatari), deren Verfasserschaft nicht eindeutig geklärt ist, wurde wohl um 980 niedergeschrieben. Philologische Forschungsergebnisse schreiben dieses Werk einer Dame aus der Adelsgesellschaft zu. Der Titel nimmt Bezug auf die Heldin der Geschichte, Ochikubo, die als Stiefkind unter der rohen Behandlung der Stiefmutter leidet, die ihrer Dienerschaft mehr Wohlwollen entgegenbringt als der Stieftochter, die in einem nicht-standesgemäßen, niedriger gelegenen Zimmer im Haus (ochikubo) untergebracht ist, schließlich aber von einem Verehrer aus dieser Lage befreit und für das ihr angetane Leid entschädigt wird.

Teil 4: Torikaebaya-monogatari: Geschlechterrollentausch Die „Ach-könnt-ich-sie-doch-vertauschen!“-Erzählung (Torikaebaya-monogatari) stammt vom Ende des 12. Jhs. und wird gleichsam einer gebildeten Hofdame zugeschrieben, deren Name nicht überliefert ist. Der Titel der Erzählung ist der verzweifelte Stoßseufzer eines Vaters, seines Zeichens Oberstaatsrat am Kaiserlichen Hofe, der aus Liebe zu seinen beiden Kindern, einem Jungen und einem Mädchen, beide in der jeweils anderen Geschlechterrolle heranwachsen lässt, in der sie sich offensichtlich wohler fühlen, als in der ihnen von der Natur gegebenen Identität. Von dem Moment an, da das Auftreten in der anderen Rolle nicht mehr rückgängig zu machen ist, nehmen die Geschehnisse – mal erheiternd, mal schmerzlich – ihren unaufhaltsamen Lauf.

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