Wissenschaftliche Veranstaltungen

Vortrag: Als die Natur aus den Gärten Japans japanische Gärten machte

nature

Do 15.11.
Beginn: 19 Uhr

EKO-Saal
Eintritt frei!

PD Dr. Christian Tagsold

Japanische Gärten gelten gemeinhin als besonders gelungene Abbildungen der Natur. In ihnen werde das natürliche Vorbild besonders feinsinnig und künstlerisch nachgebildet, während Gärten und Parks im Westen die Beherrschung und Domestizierung der Natur zum Thema hätten.
– Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Eigentlich sollten Gärten in Japan literarische oder religiöse Thematisierungen der Natur aufgreifen und gebildete Betrachter aus der aristokratischen Schicht mit diesen indirekten Anspielungen erfreuen. Erst in der Phase der Modernisierung des Landes im 19. Jh. wurde daraus dann ein vermeintlich direkter Verweis auf die Natur selbst. Da Gärten zu Symbolen des neuen Nationalstaates überhöht wurden und damit aus den vielfältigen Gärten in Japan die feste Kategorie „japanische Gärten“ wurde, sollten sie die besondere Naturnähe des gesamten japanischen Volkes demonstrieren. Das Verhältnis von Natur und Garten ist also komplex.
(Foto: Reisfeld und Blumen im Koishikawa Kōrakuen in Tōkyō, © C. Tagsold)

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