Kolloquium: Klassiker buddhistischen Denkens

Di 10.1., 7.2., 7.3., 4.4., 2.5., 13.6.
Beginn jeweils 19 Uhr, Seminarraum
Prof. Dr. Volker Beeh, Marc Nottelmann–Feil M.A.

koll

Wie bisher wollen wir im Kolloquium auf das Verständnis der großen buddhistischen Abhandlungen von Nāgārjuna, Vasubandhu, Xuanzang u.a. hinarbeiten. Gegenwärtig beschäftigen wir uns mit der Literatur des Zen-Buddhismus, u.a. Dōgen. Die Textauszüge, über die in den nächsten Sitzungen gesprochen werden soll, werden noch bekannt gegeben. Wer eine E-Mail-Adresse hinterlässt, bekommt die Texte im Voraus zugeschickt. Neuinteressenten sind jederzeit willkommen!

Lektüre: Vimalakīrtinirdeśa

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Foto: Darstellung Vimalakīrtis aus Dunhuang, 8. Jh.

Do 19.1., 9.2., 23.2., 16.3., 6.4., 27.4., 18.5., 8.6., 29.6.
Dr. habil. Hermann–Josef Röllicke.
18.15–21 Uhr (mit halbstündiger Pause) 
Kyōsei–Saal

Das Vimalakīrtinirdeśa, Die Belehrung durch Vimalakīrti, ragt aus mehreren Gründen aus allen übrigen Mahāyāna-sūtren heraus: Hier belehrt nicht der Buddha, sondern ein Laie und Reicher die Bodhisattvas, weshalb die Schrift gerade unter Laien-Buddhisten besonders beliebt wurde; es ist eine Erzählung mit viel hintergründigem Witz und Schalkhaftigkeiten; das Sūtra hat eine wohlorganisierte dramatische Erzählkurve mit einem genau bedachten „plot“. Gerade in Japan hat es viel Zuspruch gefunden. Prinz Shōtoku wird ein Kommentar darüber zugeschrieben. – Die ältesten erhaltenen Texte sind drei chinesische Übersetzungen (ab dem frühen 3. Jh.), es folgen zwei tibetische. Ein Sanskrit-Manuskript (datiert 11.–13. Jh.) wurde 1999 von japanischen Forschern der Taishō-Universität im Potala-Palast in Lhasa aufgefunden. Ein soghdisches Manuskript liegt im Britischen Museum London. – Es gibt eine Vielzahl von Übersetzungen in westliche Sprachen. Wir setzen bei der 2005 neu edierten deutschen Übertragung Jakob Fischers aus dem Jahre 1943 an und ziehen im Gespräch besonders die chinesischen Texte und deren Kommentare gegenprüfend mit ein.

Symposion: "Verehrung und Blasphemie im Theater"

foto symposium

Fr–So 31.3.–2.4., EKŌ–Saal

Beginn: Fr 31.3., 15.00 Uhr, Ende: So 2.4., gegen 12.30 Uhr
Anfragen bei Dr. habil. Hermann–Josef Röllicke,
Tel.: 0211–577918-214 (DW), Email: roellicke AT eko-haus.de

Das Theater kennt überall auf der Welt das Umschlagen eines Erscheinenden in sein Gegenteil oder ein unerwartetes Anderes. Szenen der Verehrung und des Lobpreises schlagen um in solche der Blasphemie, ein ernster Charakter erscheint in seiner Parodie, Momente der Trauer gehen zusammen mit Szenen voller Komik. Solche „Alternanzen“ können sich simultan in einer Szene abspielen oder als Parallelereignisse in verdoppelten Räumen inszeniert sein. Was eine Figur im Spiel in Wahrheit war, offenbart manchmal erst ihre Wandlung in ein vorher unerkennbares Gegenteil. Auch das Ganze des Handlungsgeschehens kann sich auf eine alles entscheidende Peripatie zuspitzen, wie in der attischen Tragödie oder im japanischen Nō und Kabuki. – Es ist eine Frage, ob solche Alternanzen nicht Zeugnisse der ursprünglichen Herkunft des Theaters aus dem Ritus seien. Die Aufspaltung in die Sphären hie der Bühne und da des Publikums trennt die Zuschauer vom Handlungsereignis selbst ab. Ihr Verhältnis wird zu einem bloßen Ursache-Wirkungs-Verhältnis von Augenblicks-Affekten. Es verändert, wie Goethe erkannte, den zum Zuschauer Gewordenen nicht, wie es das göttliche Ereignis in einem Ritus an jedem Teilnehmenden tut. Auch die verstörte moderne Behauptung, Kunst entstehe im Kopf des Betrachters, scheint gerade diesen Grund verloren zu haben.

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