Zwischen Düsseldorf und Tōkyō – 3x + 1 Position

ausstellungen shibuyaausstellungen shibuya2

Fotos: (l) Kazuyoshi Shibuya, „Die Brandung“ (潮騒), Tusche auf Japanpapier,45 x 96 cm, 2016;
(r) Eckhard Kremers, „Portrait P.B.“, Tiefdruck, Vernis mou, Aquatinta, Kaltnadel, auf 250g Zerkall-Bütten, Platte 30 x 30 cm, 2010

Do 4.5. – So 28.5.
Saal und Foyer des Kyōsei-kan
Eintritt frei!
Arbeiten von Kazuyoshi Shibuya, Masanobu Mitsuyasu, Yoshiaki Mokutani und Eckhard Kremers

Eröffnung: Do 4.5., 18 Uhr, Einführung: Prof. Eckhard Kremers

In dieser Ausstellung mit drei japanischen Künstlern und einem deutschen werden vier unterschiedliche Positionen der zeitgenössischen Druckgrafik vorgestellt.

Während die Positionen von Prof. Kazuyoshi Shibuya und Masanobu Mitsuyasu einer japanischen Ausprägung eines abstrakten Expressionismus zugeordnet werden können, entspricht die künstlerische Position von Yoshiaki Mokutani einem abstrakten Naturalismus, während die Arbeiten von Eckhard Kremers einem abstrahierten Realismus nah sind. Die verbindenden Elemente der vier sind vielfältig. Zum Einen ist da das ehemalige Lehrer-Schüler-Verhältnis. Mitsuyasu und Mokutani haben bei Prof. Shibuya an der Meisei Daigaku in Ome studiert. Nach seinem Kunststudium in Ome hat Mitsuyasu bei Prof. Kremers am Institut für Bildende Kunst der Philipps-Universität Marburg, wo er heute Leiter der druckgrafischen Werkstätten ist, und anschließend an der der Bildenden Künste Stuttgart studiert. Prof.

Kremers studierte von 1978 bis 1980 am Institut für Ästhetik der Tōkyō Geijutsu Daigaku. Die Beziehungen zu Japan und Deutschland sind also vielfältig, zumal Prof. Shibuya auch einen einjährigen künstlerischen Forschungsaufenthalt an der Philipps-Universität Marburg absolviert hat und auch schon, wie Mitsuyasu und Kremers, im EKŌ-Haus in Düsseldorf ausgestellt hatte. – Längst haben sich die Lehrer- und Schülerverhältnisse aufgelöst, und so sind in dieser Ausstellung vier eigene künstlerische Ansätze, Strukturen und ästhetische Prozesse zu beobachten.

Shōji als Wandbild, Ausstellung der Arbeiten von Yōsuke Iwata

ausstellungen shoji

Abb.: Machiya, 120x80cm

Di 9.5. – So 28.5.17
Foyer
Eintritt frei!

Eröffnung: Di 9.5.17, 18 Uhr,
Einführung: Dr. Ursula Muscheler (Architektin und Autorin)

Arbeiten von Yōsuke Iwata

Yōsuke Iwata, geboren in Chiba/Japan, studierte Architektur in Tōkyō und Aachen, arbeitete seit 1979 in verschiedenen deutschen Architekturbüros bevor er 1986 als leitender Architekt eines japanischen Bauunternehmens aktiv in der Planungs- und Bauphase des EKŌ-Hauses mitwirkte. 2009 gründete er die „IWATA Japanische Raumgestaltung und Gartengestaltung“. Seit 2014 stellt er shōji-Wandbilder und Raumgestaltungselemente her. – Iwata schreibt: „Shōji sind verschiebbare Elemente in der traditionellen Architektur Japans, die als Raumteiler oder Fenster eingesetzt werden. Sie bestehen aus einem Holzrahmen, der mit transluzentem Japan-Papier bespannt wird. Hier bilden sich– besonders im Herbst, wenn die Sonne tiefer steht – Schattenbilder
von Blättern oder anderen Dingen. Schon als Kind hat dies eine große Faszination auf mich ausgeübt. Shōji betrachte ich daher auch als Leinwand und verwende sie als Mittel zur Darstellung und Reflexion. – Als Architekt tendiere ich zu Motiven aus der Architektur und setze mich dabei insbesondere mit traditionellen japanischen Bauwerken aber auch mit japanischen Schriftzeichen und anderen Themen auseinander und extrahiere hieraus, was für mich Bedeutung hat. Diese ausgewählten Objekte setze ich nach meiner Wahrnehmung, Vorstellung und Ästhetik zusammen. Unter Anderem stelle ich in meinen Werken z.B. Elemente wie Andeutung des Nicht-Sichtbaren und Wind als Symbol für Reinigung und Erneuerung dar. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Farben als Ausdruck von Emotionen.“

Shinobue - Musik aus Sawara

katanoS

Fr. 19.05., 19.30 Uhr
Tempel
Eintritt frei

Satoshi Katano 片野聡 (Bambusflöte Shinobue)

Im fünften Jahr in Folge gibt Satoshi Katano am Vorabend des Japantags ein Shinobue–Konzert im Tempel, diesmal erneut mit einem Soloprogramm. In seinen Konzerten bringt er die traditionellen japanischen Elemente der Musik seiner Heimatregion Sawara mit westlichen Genres auf volkstümliche Weise zusammen. Vor drei Jahren hat er mehrere Preise gewonnen: den ersten Preis im Fach Querflöte („Goldener Preis“) beim „All Japan Concours“, den Preis der Präfektur Ibaragi und den Sonderpreis Tokubetsu.

日本デー mitutoyo

EKŌ-ji 恵光寺, „Tempel des Gnadenlichts“

ausstellungen ekoji

Di–So 6.–25.6.
Foyer
Eintritt frei!

Eröffnung: Di 6.6., 18 Uhr

Fotografien von Volker Beeh

Volker Beeh schreibt: „Die Ausstellung zeigt Fotografien vom EKŌ-Haus der Japanischen Kultur. Es sind relativ neue Fotografien, und sie haben meistens unübliche
Perspektiven. Der EKŌ-Tempel ist mir wie eine Heimat, und wenn möglich bin ich jeden Tag dort. Schon in Japan habe ich zwischen der Jōdoshin-shū, der „Tradition von der Wahrheit des Reinen Landes“, und der Zen-shū, der „Tradition des Zen“, geschwankt. Der japanische Tempel vereint für mich beides. Es wäre so schön, wenn meine Fotografien eine Annäherung an Leben und Lehre des Buddhismus zeigen und bewirken könnten. –Die Fotografien haben das Format 299 x 453 mm, sind farbig und sowohl digital aufgenommen als auch wiedergegeben.“

Teezeremonien 茶会

Teezeremonien 茶会

Termine für 2017! *Termine bis Juni leider ausgebucht.
Sa 28.1., 25.2., 25.3., 29.4., 27.5., 24.6., jeweils 13.30-14.30, 14.30-15.30, 15.30-16.30 Uhr

Urasenke Tankōkai Düsseldorf
Gebühr: 10,00 € / Person
Veranstaltungsort: Teehaus im Hauptgebäude

Sadō 茶道, der "Teeweg", mit seinem Herzstück, der Teezeremonie, zählt zu den geidō 芸道, den "Kunst–Wegen" japanischer Kultur. Ihre chinesischen Vorbilder sind seit dem 15. Jh. in mehreren Schulen Japans umgeformt worden, bis sie schließlich in der Prägung durch den berühmten Teemeister Sen–no Rikyū (1522–1591) eine kanonische Gestalt erhielten, die bis heute ausgeübt wird.
Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich.

Bitte beachten Sie:

  • Schriftliche Anmeldung (E–Mail, Fax, Post) unbedingt erforderlich!
  • Die Gebühr ist erst zu überweisen, nachdem eine schriftliche Bestätigung des EKŌ–Hauses eingegangen ist. Unverlangt eingegangene Überweisungen werden nicht zurück überwiesen.
  • Überweisung der Teilnahmegebühr spätestens zwei Wochen nach Eingang der Bestätigung, ansonsten wird die Anmeldung automatisch storniert! Bankverbindung siehe unten.
  • Kein verspäteter Einlass nach Beginn der Veranstaltung möglich.
  • Eintrittskarten sind mit Datum, Uhrzeit und Nummer versehen. Es bestehen keine Tausch–, Warte– und Nachrückmöglichkeiten am Veranstaltungstag!
  • Bei Absagen weniger als eine Woche vor Kursbeginn besteht kein Anspruch auf Rückzahlung der Gebühr.

Japanische Briefmarken erzählen (I): Traditionen zum Jahreswechsel

ausstellung briefmarken

Foto: Der Neujahrsgruß für das Jahr 1969 stammt von der südjapanischen Inselkette der Ryūkyū-Inseln und zeigt das für 1969 gültige Tierkreiszeichen „Hahn“ als Motiv der Neujahrsbriefmarke sowie als Stoffdruckbild in für die Region typischer traditioneller bingata-Färbetechnik. Der Ersttagsbrief trägt das Datum 10.12.1968 und wurde im Bezirk Higashi (-machi) der Präfekturhauptstadt Naha gestempelt.

Do 31.12.2016 und Di 10.1.–So 26.2.2017        
Foyer
Eintritt frei!

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Renate Fontius/Essen, der 2014 vom Japanischen Club Düsseldorf eine private Sammlung japanischer Briefe und Briefmarken aus dem Besitz eines deutschen Ehepaares übergeben wurde. Bevor die Sammlung einem geeigneten Institut übergeben wird, wird sie in verschiedenen Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Weitere Leihgaben stammen aus dem Japanischen Generalkonsulat Düsseldorf sowie aus dem Privatbesitz von Ruth Jäschke.

Neujahr gilt als das wichtigste Fest in Japan. Das mit dem Jahreswechsel verbundene Brauchtum zeigt sich daher sehr vielseitig. In der letzten Nacht des Jahres etwa besuchen viele Japaner einen Schrein oder einen Tempel. Es gibt weiterhin den Brauch des ersten Tempel- oder Schreinbesuchs im neuen Jahr. Man versendet Neujahrsgrüße, tauscht Geschenke aus und begleicht alte Schulden. Das Heim wird besonders gründlich gereinigt, der Hauseingang mit Arrangements aus Bambus und Kiefern dekoriert, die als Symbol für ein langes Leben und Standhaftigkeit stehen. Besondere Festspeisen werden aufgetischt, und man macht Besuche bei Freunden und Verwandten. – Ausgehend von einer privaten Sammlung an Briefmarken, Ersttagsbriefen und Neujahrskarten, die künstlerisch gestaltete Motive zeigen, und ergänzt durch weitere Leihgaben, erlaubt die Ausstellung einen Blick auf das für Japan typische Neujahrsbrauchtum, wie es sich bis in die Gegenwart darstellt.

Das Juwelenkästchen der Halbinsel Hirota

ausstellungen hirota

Fotografien von Mikio Ohmi, zusammengestellt von Tomoko Okada

Di 7.3.-So 9.4.
FoyerEintritt frei
Eröffnung: Di 7.3., 18 Uhr, Einführung: Takashi Sakato

Mikio Ohmi ist Mediziner und betreibt seit etwa zehn Jahren die einzige Arztpraxis auf der Halbinsel Hirota. Nach seinem Abschluss an der medizinischen Fakultät der Tōhoku-Universität 1973 war er in erster Linie auf seinem Fachgebiet, der Herz und Gefäßchirurgie, tätig, bevor er im Alter von 58 Jahren das Erbe seines Großvater antrat und in diesem Gebiet, dessen Bevölkerung bei unzureichender medizinischer Versorgung schrumpft, die Aufgabe der medizinischen Grundversorgung übernahm. – Ohmi zu seiner Ausstellung: „Am 11.3.2011 wurde durch den großen Tsunami auch die Halbinsel Hirota in Teilen zerstört. Das Erdniveau rutschte ein bis zwei Meter ab, wodurch etwa ein schönes Badehaus komplett im Meeresboden versank. Aber mich berührten weniger die von Schaden verschont gebliebenen Kulturdenkmäler als vielmehr der Steilhang der Küste, die Felsen am Strand ebenso wie die Kieselsteine, denen ich zuvor kaum Beachtung geschenkt hatte. Sie funkelten in einer Weise, als sei ihnen eine besondere Art von Schönheit eingeflößt worden. In der Fotoausstellung liegt der Fokus der Aufnahmen auf Felsen und Kieselsteinen, die an einem kleinen Strand der Halbinsel Hirota von nicht mehr als 100 Meter Länge herumlagen und dem Treiben der Wellen folgten. Die Aufnahmen wurden mit einer Digitalkamera gemacht und am PC bearbeitet.“

Tag der offenen Tür

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Sa 20.5., 13–18 Uhr, Eintritt frei

Zum Japantag lädt das EKŌ-Haus alle interessierten Besucherinnen und Besucher am Tag der offenen Tür zu einer Besichtigung des großen Tempelgartens, des traditionellen Holzhauses und des buddhistischen Tempels ein. Darüber hinaus werden am Abend zuvor sowie am Japantag Sonderveranstaltungen geboten (s.u.).

Sonderveranstaltungen zum Japantag

Ausstellung:
Zwischen Düsseldorf und Tōkyō – 3x + 1 Position
Druckgrafiken von Kazuyoshi Shibuya, Masanobu Mitsuyasu, Yoshiaki Mokutani und Eckhard Kremers

"Shōji als Wandbild"Arbeiten von Yōsuke Iwata

japan tag

Filmvorführung

Einritt frei!
Filme auf Japanisch mit deutschen Untertiteln. Die Filmausliehe geschiet in Kooperation mit dem Japanischen Kulturinstitut Köln.

film lebensbande

"Lebensbande"

Sa, 4.2., 15 Uhr, Kyōsei–Saal
Regie: Nigishi Kichitarō (1998)

Ise Takaaki, Direktor einer Handelsfirma, Geldwäscher für die Mafia und Besitzer schwarzen, verheimlichten Kapitals, hat vor vielen Jahren seinen Vater umgebracht, weil der die Mutter gequält und zum Selbstmord getrieben hatte. Der Mord blieb unaufgeklärt. Ise hat seitens der Mutter eine Halbschwester, die eine berühmte Geigerin geworden ist. Nun wird mit derselben Waffe ein Journalist getötet, der im Begriff ist, Ises Familienbeziehungen aufzuklären. Verdächtigt werden Chikako, Hostess in einer Bar auf der Ginza und Freundin des Journalisten, und Shinji, Betreiber eines japanischen Restaurants in Tōkyō und guter Freund Ises und Chikakos. Alle drei sind ehemalige Waisen. Ise will die Freunde schützen, plant einen Mordanschlag auf einen Verbrecher, um den ermittelnden Polizeikommissar von dem Fall abzulenken, und will danach Selbstmord begehen. Bei der Tat wird er aber selbst schwer verletzt und stirbt. Sein Todesopfer verhindert schließlich einen Skandal um seine Halbschwester. – Thema des Films ist weniger die Kriminalhandlung als die Psychologie des Freundesopfers Ises und dessen Anerkennung.

 

film betteln

"Betteln um Liebe"

Sa, 4.3., 15 Uhr, Kyōsei–Saal
Regie: Hirayama Hideyuki (1998)

Das Filmdrama spielt in den 50er und 70er Jahren des 20. Jhs. in Tōkyō. Yamaoka Terue, eine Frau Mitte 30, kann die Erinnerung an die Misshandlungen, die sie in ihrer Kindheit durch ihre Mutter Toyoko erfahren hat, nicht vergessen. Nach dem Tod des Vaters lebte sie einige Zeit in einem Kinderheim, dann wieder bei der flatterhaften Mutter und mit zwei wechselnden Stiefvätern. Als sie nach der Mittelschule wirtschaftlich selbstständig wird, sich von ihrer Mutter trennt, selbst eine Tochter bekommt, aber ebenfalls früh verwitwet, sucht sie auf mühsamen Wegen nach der verschollenen Asche ihres Vaters. Durch ihre eigene Tochter, Migusa, lernt sie verstehen, dass sie aber in Wahrheit auf der Suche nach ihrer Mutter ist. Sie findet sie wieder, spricht mit ihr in aller Distanziertheit und gewinnt schließlich Ruhe von ihren Leiden. – Das Drama stellt die Bande zwischen Eltern und Kindern nach Beendigung der Kindheit in Frage. Der Film wurde vom Erziehungsministerium besonders empfohlen und gewann bei den 22. Filmfestspielen in Montreal einen Preis.

 

film augenichts

"Herr Taugenichts"

Sa, 10.6., 15 Uhr, Kyōsei–Saal
Regie: Takenaka Naoto (1991)

Der Film erzählt die Geschichte des früheren Manga-Zeichners Sukezo, der diese Arbeit aufgegeben hat, weil er sich ihrer kommerziellen Ausbeutung durch die zugehörige Industrie nicht mehr unterwerfen will. Nun sammelt er besessen Steine mit feinen Zeichnungen und eröffnet mit ihnen ein bescheidenes, aber schon bald scheiterndes Ladengeschäft am Ufer des Tamagawa-Flusses in Tōkyō. Alle Versuche, damit erfolgreicher zu werden, schlagen fehl. Als er in der Not doch wieder bereit ist, Mangas zu zeichnen, gefällt den Herausgebern ihr gewachsener Ernst nicht; sie lehnen ab. Die Familie gerät in Gefahr, auseinander zu brechen. Aber die Ereignisse nehmen eine freundliche Wendung – auch ohne Steine. – Der Film ist die Geschichte eines Mannes, der auf keinen grünen Zweig kommt, und eine Parabel über die Gefahr, dem Druck und dem allgegenwärtigen Zwang der wettbewerbsorientierten japanischen Gegenwartsgesellschaft nicht mehr widerstehen zu können.

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